Einfluss der Ein­stel­lun­gen des Heu­wen­ders auf Breite und Gleich­mä­ßig­keit der Ver­tei­lung

Die Heuernte ist oft ein zeitkritisches Unterfangen, bei dem die Stunden zählen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Heuqualität und Maschineneffizienz unabdingbar ist.  Obwohl es für Futtererntemaschinen prinzipiell eine empfohlene Zapfwellen- und Fahrgeschwindigkeit gibt, halten sich Landwirte und Fahrer manchmal aus Zeitgründen oder aus persönlicher Überzeugung nicht an diese Empfehlungen.  

Das Wenden kann vor dem Schwaden des Heus nützlich sein, um die Zel­l­at­mung zu ver­lang­sa­men, die Trocknung zu be­schleu­ni­gen und eine gleich­mä­ßi­ge Trocknung auf dem gesamten Feld si­cher­zu­stel­len, ins­be­son­de­re in tiefer gelegenen und nassen Bereichen der Felder.

In Zu­sam­men­ar­beit mit der Cornell Uni­ver­si­ty führte Massey Ferguson in Canton, USA, einen Versuch mit einem ge­misch­ten, mehr­jäh­ri­gen Gras während des zweiten Schnitts durch. Ziel dieser Studie war es, die Aus­wir­kun­gen der Fahr­ge­schwin­dig­keit des Heu­wen­ders und der Zapf­wel­len­dreh­zahl auf die Breite und Gleich­mä­ßig­keit der Ver­tei­lung zu ermitteln. Der Massey Ferguson-Heuwender wurde mit zwei ver­schie­de­nen Fahr­ge­schwin­dig­kei­ten und zwei ver­schie­de­nen Zapf­wel­len­dreh­zah­len ein­ge­setzt.

Die Verteilbreite

Das Wende mit 540 Zapf­wel­len­dreh­zahl führte zu einer ge­rin­ge­ren Breite der Ver­tei­lung als eine Zapf­wel­len­dreh­zahl von 440. Je größer die Ver­teil­brei­te ist, desto schneller trocknet das Futter ab, was die Zel­l­at­mung ver­rin­gert und dadurch die Fut­ter­qua­li­tät ver­bes­sern kann.

Homogenität der Verteilung

Die größte Ho­mo­ge­ni­tät der Ver­tei­lung trat bei der Kom­bi­na­ti­on von 540 U/min und 6,5 km/h auf, gefolgt von 440 U/min x 6,5 km/h. Beide Kom­bi­na­tio­nen zeigten eine bessere Ho­mo­ge­ni­tät als die Kom­bi­na­ti­on mit 16 km/h.  Dies deutet darauf hin, dass un­ab­hän­gig von der Zapf­wel­len­dreh­zahl das Fahren mit einer Ge­schwin­dig­keit von 6,5 km/h eine größere Aus­wir­kung auf eine aus­rei­chen­de Ho­mo­ge­ni­tät der Ver­tei­lung während des Heu­wen­dens haben kann als das Fahren mit einer hohen Ge­schwin­dig­keit.

Höhe der gewendeten Schwade

Bei einer Fahr­ge­schwin­dig­keit von 6,5 km/h war die Höhe des ver­teil­ten Ernteguts un­ab­hän­gig von der Zapf­wel­len­dreh­zahl am größten, während eine Fahr­ge­schwin­dig­keit von 16 km/h zu einer ge­rin­ge­ren Höhe führte. Eine größere Höhe bei gleich­zei­tig homogener Ver­tei­lung kann syn­er­ge­tisch zu­sam­men­wir­ken, um das Heu am schnells­ten und ef­fi­zi­en­tes­ten zu trocknen.  

Die Schwad­hö­hen­va­ria­bi­li­tät in Ab­hän­gig­keit von der Be­hand­lung führte nicht zu si­gni­fi­kan­ten Er­geb­nis­sen zwischen den ver­schie­de­nen Be­hand­lun­gen - aus diesem Versuch kann kein schlüs­si­ger Beweis dafür erbracht werden, dass die Aus­wir­kun­gen der Fahr­ge­schwin­dig­keit oder der Zapf­wel­len­dreh­zahl die Schwad­hö­hen­va­ria­bi­li­tät be­ein­flusst haben. 

Die Effizienz der Ernte kann optimiert werden, indem man die Emp­feh­lun­gen der Maschinen befolgt und dazu beiträgt, dass das Futter effizient und optimal geerntet wird. Laut diesem Versuch führte eine Zapf­wel­len­dreh­zahl von 440 U/min zur größten Breite der Ver­tei­lung des ge­wen­de­ten Schwads, was mög­li­cher­wei­se zu einer schnel­le­ren Ab­trock­nung und einem schnel­le­ren Stoppen der Atmung führt - beides führt zu einer besseren Fut­ter­qua­li­tät insgesamt. Bei einer Fahr­ge­schwin­dig­keit von 6,5 km/h war die Ho­mo­ge­ni­tät besser als bei einer Ge­schwin­dig­keit von 16 km/h, was zu einem schnel­le­ren Ab­trock­nen und einer besseren Fut­ter­qua­li­tät führen kann.

  • Zapf­wel­len­dreh­zahl des Heu­wen­ders im emp­foh­le­nen Bereich von 440-450 U/min
  • Fahr­ge­schwin­dig­keit bei 6,5 - 8 km/h

Der Lebenslauf der Agrarwissenschaftlerin

Dr. Jessica Wil­liam­son ist die Heu- und Grün­land­ex­per­tin von AGCO. Jessicas Fach­wis­sen liegt in den Bereichen Fut­ter­qua­li­tät, -ma­nage­ment und -pro­duk­ti­on sowie in der Ernährung von Wie­der­käu­ern und der Wech­sel­wir­kung zwischen Pflanze und Tier. Jessica ist ver­ant­wort­lich für die Ent­wick­lung und Durch­füh­rung von Feld­ver­su­chen zur Heu- und Si­la­ge­qua­li­tät, für Schu­lun­gen von AGCO-Mit­ar­bei­tern und Kunden in den Bereichen Fut­ter­ma­nage­ment, Pro­duk­ti­on und Tie­rernäh­rung sowie die Zu­sam­men­ar­beit mit dem Green Harvest-Team bei laufenden Fut­ter­pro­jek­ten.

Jessica hat einen Bachelor of Science in Tier­wis­sen­schaf­ten von der Morehead State Uni­ver­si­ty (Morehead, Ky.), einen Master of Science in Tier­wis­sen­schaf­ten (Wie­der­käuer­ernäh­rung) von der Uni­ver­si­ty of Arkansas (Fay­et­tevil­le, Ark.) und einen Dok­tor­ti­tel in Pflanzen- und Bo­den­kun­de (Fut­ter­mit­tel-Agronomie) von der Uni­ver­si­ty of Kentucky (Lexington, Ky.). Jessica stammt ur­sprüng­lich aus einem Rin­der­zucht­be­trieb im west­li­chen Maryland.

Quelle: MASSEY FERGUSON