Amazone damals und heute

Im Rahmen ihrer Kun­den­ver­an­stal­tung „Pflan­zen­bau­ta­ge 2022“ haben die Amazonen-Werke Hasbergen-Gaste ihr neues land­wirt­schaft­li­ches Museum auf dem be­nach­bar­ten Amazone Ver­suchs­gut Wambergen ein­ge­weiht. Unter Fe­der­füh­rung von Klaus Dreyer, dem ehe­ma­li­gen Ge­schäfts­füh­rer der 3. Gründer-Ge­ne­ra­ti­on, wurde das Museum in den 1810 gebauten Wohn- und Wirt­schafts­ge­bäu­den des Hofes Meyer zu Wambergen ein­ge­rich­tet. 

Insgesamt haben über 20 his­to­ri­sche Land­ma­schi­nen und 120 kleinere Aus­stel­lungs­ge­gen­stän­de sowie viele ge­schichts­träch­ti­ge Bilder einen ge­büh­ren­den Platz in dem land­wirt­schaft­li­chen Museum der Amazone-Gruppe gefunden. Über viele Jahre hat Klaus Dreyer die wert­vol­len Maschinen, die größ­ten­teils aus eigener Pro­duk­ti­on stammen, mit großer Lei­den­schaft gesammelt und re­stau­rie­ren lassen. Be­son­de­res Augenmerk gilt den Geräten aus dem frühen 20. Jahr­hun­dert. Ge­trei­der­ei­ni­gungs-Maschinen und Kar­tof­fel­sor­tie­rer gehörten zu den Produkten, mit denen die Amazonen-Werke ihre ersten Er­folgs­ge­schich­ten auch im Export nach Übersee schrieben. Die älteste der aus­ge­stell­ten Maschinen ist ein Amazone Kul­ti­va­tor „Typ Siegfried“ zur flachen Stop­pel­be­ar­bei­tung aus dem Jahr 1904. Des Weiteren finden sich unter den Aus­stel­lungs­stü­cken Wal­zen­streu­er und Schei­ben­dün­ger­streu­er aus un­ter­schied­li­chen Epochen, die die enorme tech­ni­sche Ent­wick­lung in diesem Segment ver­an­schau­li­chen. Amazone brachte 1958 den ersten Dreipunkt-Zweischei­ben­streu­er ZA (Zen­tri­fu­gal-An­bau­ma­schi­ne) auf den Markt, der später zum Vorbild fast aller auf der Welt ver­wen­de­ten Dün­ger­streu­er avan­cier­te. Außerdem ist eine Feld­sprit­ze des Typs S300 mit einem Kunst­stoff­tank aus eigener Fertigung aus dem Jahr 1969 zu sehen, mit der Amazone den Einstieg in eine neue Branche gründete. Unter den Sä­ma­schi­nen aus den 50er bis 80er Jahren ist auch die legendäre D4 aus­ge­stellt, die dem Un­ter­neh­men damals schon nach kurzer Zeit die Markt­füh­rer­schaft auch auf diesem Gebiet ein­brach­te. Zahl­rei­che weitere Mu­se­ums­stü­cke und his­to­ri­sche Bilder ver­mit­teln einen ein­drucks­vol­len Einblick in das damalige Leben auf dem Hof.  

Über das Ver­suchs­gut Wambergen:

Der so­ge­nann­te Meyerhof ist eine Gründung aus der Fran­ken­zeit als Stütz­punkt und Wirt­schafts­hof und blickt somit auf eine 1000jährige Ge­schich­te zurück. Der Hof Meyer zu Wambergen wurde 1350 zuerst ur­kund­lich als Lehnshof des Os­na­brü­cker Bischofs erwähnt und bildete im 16. Jahr­hun­dert das Zentrum des Weilers Wambergen. 1810 wurde das Wohn- und Wirt­schafts­ge­bäu­de errichtet. Es ist Dokument von den ersten bäu­er­li­chen Hal­len­häu­sern, bei dem die neue und sich dann durch­set­zen­de Bauform des Vier­stän­der­baus kom­bi­niert mit ver­putz­ten massiven Bruch­stein­mau­ern an­ge­wen­det wurde. Dieses Gebäude ist bis heute in seiner damaligen Form erhalten geblieben.

2018 ist der Hof Meyer zu Wambergen in den Besitz der Amazone-Gruppe über­ge­gan­gen und dient heute unter anderem für die Aus­rich­tung von Kun­den­ver­an­stal­tun­gen des Un­ter­neh­mens. Seit 2020 werden die um­lie­gen­den Flächen gemeinsam mit der Agravis Raiff­ei­sen AG und dem Amazone Toch­ter­un­ter­neh­men Schmotzer Hack­tech­nik für ein groß­an­ge­leg­tes Ver­suchs­we­sen „Con­trol­led Row Farming (CRF)“ genutzt. Hier werden Versuche zu neuen land­wirt­schaft­li­chen Verfahren von Kulturen in festen Rei­hen­ab­stän­den durch­ge­führt. 

Das Museum soll Amazone Be­su­cher­grup­pen die his­to­ri­sche Land­wirt­schaft nä­her­brin­gen. In Ver­bin­dung mit den Ver­suchs­flä­chen, die mit zu­kunfts­ori­en­tier­ten und hoch tech­no­lo­gi­schen Land­ma­schi­nen be­wirt­schaf­tet werden, wird besonders deutlich, welch groß­ar­ti­gen Fort­schrit­te die Land­tech­nik in den ver­gan­ge­nen Jahren gemacht hat.

Quelle: AMAZONE