Visionär der Land­tech­nik feierte 90. Ge­burts­tag

Ein Leben voller Leidenschaft für Amazone:Prof. h.c. Univ. Samara R A S Dr. Dr. h.c. Heinz Dreyer 

Prof. h.c. Heinz Dreyer, lang­jäh­ri­ger Ge­schäfts­füh­rer der Amazonen-Werke, feierte am 19. Februar seinen 90. Ge­burts­tag. Er baute das Un­ter­neh­men in der dritten Ge­ne­ra­ti­on der Familien Dreyer mit auf und ent­wi­ckel­te es maß­geb­lich zum globalen Land­tech­nik­spe­zia­lis­ten für den modernen Pflan­zen­bau. Im Laufe seiner Tätigkeit in der Ge­schäfts­füh­rung der Amazone Gruppe hat er eine große Anzahl von wichtigen tech­ni­schen Er­fin­dun­gen gemacht, die pa­ten­tiert und mehrfach aus­ge­zeich­net wurden. Zu Beginn des Jahres 2005 übertrug er seinen Ge­schäfts­füh­rer­be­reich auf seinen Sohn Dr. Justus Dreyer. Trotzdem kümmert er sich auch weiterhin um die Amazone Sätechnik und die optimale Düngung und pflegt die Zu­sam­men­ar­beit mit der SAA Samara und anderen Hoch­schu­len. Er ist auch weiterhin Mitglied der Ge­schäfts­lei­tung.

Als ältester Sohn von Dipl.-Ing. Heinrich Dreyer, dem Nach­fol­ger des Gründers der Amazonen-Werke, wurde Heinz Dreyer im Jahre 1932 geboren und schon früh­zei­tig von seinem Vater für die Nachfolge bestimmt. Nach seinem Abitur am Rats­gym­na­si­um in Osnabrück und während der Se­mes­ter­fe­ri­en ab­sol­vier­te er ver­schie­de­ne Praktika im Stahlwerk zu Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te und Osnabrück, bei der Firma Heinrich Lanz in Mannheim sowie den Baye­ri­schen Leicht­me­tall­wer­ken BLW. Er studierte Ma­schi­nen­bau an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät München und blieb, nachdem er 1956 sein Diplom abgelegt hatte, als freier Mit­ar­bei­ter mit For­schungs­auf­trag des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Land­wirt­schaft (Bonn) weiter an der Uni­ver­si­tät, um noch zu pro­mo­vie­ren.

Seine Pläne wurden jedoch jäh un­ter­bro­chen, als sein Vater plötzlich im November 1957 starb. Von da ab trat Heinz Dreyer zusammen mit seinem Vetter Klaus Dreyer umgehend in die AMAZONEN-WERKE ein und übernahm mit ihm die Leitung des Un­ter­neh­mens. Das geschah Anfang 1958. Neben dem er­for­der­li­chen Ausbau der Firma nahm Heinz Dreyer seine Dok­tor­ar­beit erneut in Angriff, studierte zu­sätz­lich Agrar-BWL und Agrar­po­li­tik mit den ent­spre­chen­den Prüfungen und pro­mo­vier­te 1963 an der Justus-Liebig-Uni­ver­si­tät Gießen.

Von Anfang an befasste er sich haupt­säch­lich mit der Pro­dukt­ent­wick­lung. Hier gelang ihm auch gleich ein großer Wurf. Er erfand schon nach wenigen Wochen den ersten Dreipunkt-Zweischei­ben­streu­er ZA (Zen­tri­fu­gal­streu­er-An­bau­ma­schi­ne), der später zum Vorbild fast aller auf der Welt ver­wen­de­ten Dün­ger­streu­er avan­cier­te und bis heute in einer Stückzahl von weit über 750.000 Ex­em­pla­ren verkauft wurde. Er befasste sich außerdem mit der Wei­ter­ent­wick­lung der Kar­tof­fel­ern­te­ma­schi­nen, ent­wi­ckel­te einen neu­ar­ti­gen Stall­dungs­treu­er mit Breitstreu­werk, erfand neue Sä­ma­schi­nen für größere Ar­beits­brei­ten und schließ­lich eine neue moderne Trak­torsä­ma­schi­ne, die den Amazonen-Werken schon nach kurzer Zeit die Markt­füh­rer­schaft auch auf diesem Gebiet ein­brach­te – die legendäre AMAZONE D4.

Im Jahre 1960 heiratete er die Un­ter­neh­mer­toch­ter Magdalene Teich aus Nie­der­bay­ern. Von seinen vier Kindern Petra, Nicoline, Konstanze und Justus wurde Justus sein Fir­men­nach­fol­ger. 

Auf un­ter­neh­me­ri­scher Seite lag ihm die Aus­rich­tung der Firma auf eine zu­kunfts­ori­en­tier­te Führung sehr am Herzen. Er entwarf das Konzept einer Füh­rungs­grup­pe, die außer den beiden Ge­schäfts­füh­rern sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­te Mit­ar­bei­ter mit ent­spre­chen­den Stimm­rech­ten einbezog, die so­ge­nann­te Füh­rungs­grup­pe 1 (FG1), die auch heute noch die oberste Ge­schäfts­lei­tung mit zurzeit acht Personen darstellt und der Prof. Heinz Dreyer weiterhin angehört.  

Ab 1975 kon­zen­trier­te er seine Ent­wick­lungs­ak­ti­vi­tä­ten auf die Sätechnik für Di­rekt­saat in Kanada und erfand unter anderem das Amazone Mei­ßel­schar, das sich bei den ver­schie­dens­ten Ein­satz­be­din­gun­gen bis heute auch in Russland besonders bewährt. Da in weiten Gebieten Russlands Was­ser­knapp­heit herrscht, sah Prof. Heinz Dreyer gerade dort eine große Chance für die Di­rekt­saat und war au­ßer­or­dent­lich er­folg­reich. Prof. Heinz Dreyer, der geistige Vater und Erfinder der Primera DMC, verfolgt voller Freude, wie sich „seine“ Maschine in­ter­na­tio­nal immer weiter durch­setzt.

Als Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mer mit großer Tradition ist ihm bis heute ein fa­mi­liä­res, gutes Ar­beits­kli­ma in allen Bereichen sehr wichtig. Über seine Mit­ar­bei­ten­den sagt Prof. Heinz Dreyer: „Bei Amazone haben wir immer das Glück gehabt, tolle Mit­ar­bei­ten­de zu haben, nicht nur in der Kon­struk­ti­on, sondern auch in der Pro­duk­ti­on und im Vertrieb. Man muss dann ein Klima schaffen, dass sich die Mit­ar­bei­ten­den wohl­füh­len und dass ihre Arbeit anerkannt wird.“ Heute arbeiten rund 2000 Be­schäf­tig­te in der in­ter­na­tio­nal er­folg­rei­chen Amazone Un­ter­neh­mens­grup­pe an neun Fer­ti­gungs­stand­or­ten in Deutsch­land, Frank­reich, Russland und Ungarn.

Prof. Dreyer hat im Laufe der Jahre die Amazone Tugenden in die DNA der Amazone Ge­samt­or­ga­ni­sa­ti­on verankert: Diese sind eine her­aus­ra­gen­de In­no­va­ti­ons­kraft, ein hoher Qua­li­täts­an­spruch und die Kom­mu­ni­ka­ti­on auf Augenhöhe mit Land­wir­ten und Wis­sen­schaft­lern auf der ganzen Welt. Mit un­un­ter­bro­che­ner Lei­den­schaft und hohem En­ga­ge­ment ist ihm der land­tech­ni­sche Fort­schritt eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit und für ihn der Schlüssel zum Amazone Erfolg: „Was uns nach oben gebracht hat, sind In­no­va­tio­nen. Neue Ideen, die aber auch wirklich gut sein müssen, rea­lis­tisch sind und tech­ni­sche Vorteile haben. Unsere Maschinen müssen aber nicht nur gut arbeiten, sondern vor allen Dingen auch zu­ver­läs­sig sein. Und wir sind eine Firma, die für ihre Kunden da ist und sich um die Kunden kümmert.“ 

Hohe Ehrungen für Prof. h.c. Univ. Samara R A S Dr. Dr. h.c. Heinz Dreyer

Nachdem sich Prof. Dreyer in den letzten Jahren verstärkt mit der Sätechnik für Russland befasst hatte, wurde er zunächst zum „Mitglied der In­ter­na­tio­na­len Akademie für Agrar­aus­bil­dung“ in Moskau gewählt. Dies gilt in langer rus­si­scher Tradition als eine der höchsten Aus­zeich­nun­gen („Aka­de­mi­ker“). Als wis­sen­schaft­li­cher Berater an der Staat­li­chen Agrar­uni­ver­si­tät Samara erhielt er außerdem 2001 die Eh­ren­pro­fes­sor­wür­de dieser Hoch­schu­le, ein Titel, der in­zwi­schen auch in Deutsch­land un­ver­än­dert anerkannt ist.

Wegen seiner Ver­diens­te um die wis­sen­schaft­li­che Forschung und Ent­wick­lung auf dem Gebiet Agrar­tech­nik wurde ihm im Sommer 2005 die Eh­ren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tät Hohenheim verliehen. 2008 erhielt er den Silbernen Ver­dienst­or­den des Land­wirt­schafts-Mi­nis­te­ri­ums der Rus­si­schen Fö­de­ra­ti­on. 2009 würdigte der Verein Deutscher In­ge­nieu­re (VDI) Prof. Heinz Dreyers Le­bens­werk mit der VDI-Eh­ren­me­dail­le.

Als höchste Ehre wurde Prof. Heinz Dreyer im Jahr 2012 zum „Aus­län­di­schen Mitglied der Rus­si­schen Akademie der Agrar­wis­sen­schaf­ten RAAS“ gewählt. Diese Mit­glied­schaft gilt in der Rus­si­schen Fö­de­ra­ti­on als eine der höchsten wis­sen­schaft­li­chen Aus­zeich­nun­gen, die nur sehr selten an nicht-russische Wis­sen­schaft­ler vergeben wird.

Quelle: AMAZONE